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Tuba stimmen

Die tiefsten Töne einer Tuba liegen unterhalb dessen, was die meisten Stimmgeräte überhaupt benennen wollen. Diese Anzeige liest ab 20 Hz und erreicht damit die Pedallage — der Rest dieser Seite handelt vom Hauptzug, von der Temperatur und von den Griffen, die stimmen müssen und trotzdem zu hoch sind.

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Warum eine Tuba schwer abzulesen ist

Zuerst das Problem, vor dem niemand warnt: Die tiefsten Töne einer Tuba liegen unterhalb dessen, was die meisten Stimmgeräte überhaupt benennen wollen. Das Pedal-B einer B-Tuba sind 29,14 Hz — rund zwei Oktaven unter der tiefsten Gitarrensaite, und langsam genug, dass ein Detektor mehrere vollständige Schwingungen braucht, bevor er überhaupt etwas zu benennen hat.

Daraus folgen zwei Dinge. Die Anzeige kommt spät, oft erst nach einer Sekunde, und sie wandert, bevor sie sich festlegt. Und ein Gerät, das eine Oktave zu hoch meldet, ist nicht zwangsläufig kaputt: Ein schwacher Grundton mit kräftigem zweitem Teilton ist genau die Konstellation, die zu Oktavfehlern führt — und tiefes Blech liefert sie ständig.

Also: Ton lange halten, in bequemer Lautstärke statt gedrückt, und erst ablesen, wenn die Anzeige steht. Diese Anzeige liest ab 20 Hz und erreicht damit die gesamte Pedallage — aber kein Detektor kann einen Ton benennen, von dem er zu wenig gehört hat.

AusprobierenReferenztöne für Tuba

Die ersten beiden Registerkarten sind die Naturtonreihen der beiden im deutschsprachigen Raum verbreitetsten Tuben. Die dritte ist das, wonach in der Probe gerufen wird.

Der Hauptzug — und vor allem: wann

Eine Tuba hat genau eine globale Einstellung, den Hauptzug. Heraus macht tiefer, hinein höher. Alles andere sind örtliche Korrekturen darauf.

Wichtiger als die Technik ist der Zeitpunkt, und bei diesem Instrument mehr als bei jedem anderen: Eine Tuba enthält eine enorme Menge Luft, und die Tonhöhe folgt deren Temperatur. Kalt steht sie deutlich zu tief und steigt, während du warm hindurchbläst. Wer im Festzelt aus dem Kasten heraus stimmt, steht beim dritten Stück zu hoch — und zwar hörbar, weil die Tuba das harmonische Fundament ist und ihr Fehler alles darüber mitnimmt.

  1. Mehrere Minuten einspielen, lange Töne in der Mittellage. Du wärmst Metall und Luft, nicht nur den Ansatz.
  2. Wasser ablassen — in der Tuba sammelt sich mehr Kondenswasser als in jedem anderen Blechblasinstrument, und ein Schwall davon in einer Ventilschleife verändert Tonhöhe und Ansprache sofort.
  3. Stimmton in normaler Lautstärke halten, nicht anschwellen. Blech wird lauter zugleich höher.
  4. Den Zug bewegen, nicht den Ansatz. Wer den Stimmton hinbiegen muss, hat den Zug falsch stehen und vererbt die Korrektur an jeden weiteren Ton.
  5. Nach dem ersten Stück nachprüfen. Ein voller Saal ist wärmer als ein leerer.

Die Töne, die zu hoch stehen müssen

Ist der Hauptzug gesetzt, stehen manche Töne trotzdem zu hoch, und zwar berechenbar: Auf jedem Ventilinstrument sind Ventilkombinationen zu hoch, und je mehr Ventile, desto deutlicher. 1+3 merklich, 1+2+3 noch mehr.

Der Grund ist Arithmetik: Jeder Zug ist so bemessen, dass er das offene Instrument um den richtigen Anteil verlängert. Kommen zwei zusammen, verlängert der zweite ein bereits längeres Rohr — und damit zu wenig. Das ist konstruktionsbedingt, nicht defekt, und genau deshalb hat eine Tuba ein viertes Ventil: Es ersetzt die Kombination 1+3 durch eine einzelne, korrekt bemessene Länge. Steht deine Tiefe zu hoch und hast du ein viertes Ventil, ist die Lösung mechanisch und nicht muskulär.

B, C, Es, F — und transponiert das?

InstrumentWo verbreitetNotation
B-TubaBlasmusik in Deutschland und Österreich, Musikvereine, Brass BandsBassschlüssel klingend
C-TubaOrchester, besonders im angelsächsischen RaumBassschlüssel klingend
Es-TubaBrass Bands, SolorepertoireBassschlüssel klingend; in britischen Brass Bands transponierend im Violinschlüssel
F-TubaIm deutschsprachigen Orchester weit verbreitet, hohe Lagen und SoliBassschlüssel klingend

Die Stimmung der Tuba sagt, welche Naturtöne offen herauskommen — nicht, wie die Stimme aussieht. Im deutschsprachigen Raum ist eine Tubastimme im Bassschlüssel praktisch immer klingend notiert: Was du liest, soll das Gerät anzeigen. Die Ausnahme ist die britische Brass-Band-Tradition mit transponierenden Violinschlüsselstimmen. Prüf im Zweifel den Schlüssel, bevor du mit der Anzeige haderst.

Was die Anzeige nicht entscheiden kann

Für zwei Dinge ist sie richtig: den Hauptzug gegen eine feste Referenz setzen und die Eigenheiten deines Instruments kennenlernen. Für das Zusammenspiel nicht. Die Tuba hält das Fundament, also meist Grundton und Quinte — und genau dort ist der Unterschied zwischen gleichstufiger Stimmung und einem Akkord, der einrastet, am deutlichsten hörbar. Wenn der Satz plötzlich trägt, hat sich die Gruppe vom Raster wegbewegt, nicht darauf zu. Unser Leitfaden zu Cent (englisch) erklärt die Größenordnung. Nebenan: Euphonium und Tenorhorn.

Häufige Fragen

Mein Stimmgerät liest meine tiefen Töne nicht. Ist etwas kaputt?

Nein — die Töne liegen schlicht tiefer, als die meisten Geräte benennen können. Das Pedal-B einer B-Tuba sind 29,14 Hz, etwa zwei Oktaven unter der tiefsten Gitarrensaite, und ein Detektor braucht mehrere vollständige Schwingungen einer so langsamen Welle, bevor er sich festlegen kann. Diese Anzeige liest ab 20 Hz und kommt dort hin, benötigt aber einen ruhig gehaltenen Ton von ein bis zwei Sekunden. Lange spielen, in bequemer Lautstärke, und erst ablesen, wenn die Anzeige steht.

Transponiert die Tuba?

Im deutschsprachigen Raum nicht. Eine Tubastimme im Bassschlüssel ist klingend notiert, gleichgültig ob du eine B-, C-, Es- oder F-Tuba spielst — die Stimmung des Instruments sagt nur, welche Naturtöne offen erklingen, nicht wie die Noten aussehen. Die Ausnahme ist die britische Brass Band, wo Es- und B-Bässe transponierend im Violinschlüssel lesen. Also: den Schlüssel prüfen. Bassschlüssel heißt fast immer, dass Anzeige und Notenblatt sich einig sind.

Was ist der Unterschied zwischen B-Tuba und F-Tuba?

Der Grundton, um den herum das Instrument gebaut ist, und damit die Frage, welche Griffe in welcher Lage bequem liegen. Die B-Tuba ist das Fundament der Blasmusik in Deutschland und Österreich und trägt die Tiefe mühelos. Die F-Tuba ist kleiner und höher, spricht in der Höhe genauer an und ist im deutschsprachigen Orchester für hohe Lagen und Soli sehr verbreitet. Beide lesen dieselbe klingende Bassschlüsselstimme und werden gleich gestimmt.

Vor oder nach dem Einspielen stimmen?

Danach, und bei der Tuba ist der Effekt größer als bei jedem anderen Blasinstrument, weil so viel Luft im Spiel ist. Kalt steht sie zu tief und steigt beim Warmspielen; wer aus dem Kasten heraus stimmt, steht eine Viertelstunde später zu hoch. Vom kalten Auto ins warme Zelt braucht es länger, als man denkt. Erst einspielen, Wasser ablassen, dann den Hauptzug setzen — und nach dem ersten Stück noch einmal.

Manche Töne sind immer zu hoch. Welche?

Alle Ventilkombinationen, und je mehr Ventile beteiligt sind, desto stärker: 1+3 merklich, 1+2+3 noch deutlicher. Jeder Ventilzug ist dafür bemessen, das offene Instrument um den richtigen Anteil zu verlängern; kommen zwei zusammen, verlängert der zweite ein schon längeres Rohr und damit zu wenig. Das ist so gebaut. Genau deshalb hat eine Tuba ein viertes Ventil, das die Kombination 1+3 durch eine einzelne, korrekt bemessene Länge ersetzt — nutze es, statt die Töne mit den Lippen herunterzuziehen.

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