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Waldhorn stimmen

Ein Doppelhorn sind zwei Instrumente in einem Schallstück, und sie werden in einer festen Reihenfolge gestimmt: zuerst die B-Seite über den Hauptzug, danach die F-Seite über ihren eigenen Zug. Umgekehrt hebt der zweite Handgriff den ersten wieder auf.

+10-10
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Pano Tuner

Tippe auf „Jetzt stimmen“ und erlaube den Mikrofonzugriff — der Ton wird auf deinem Gerät analysiert und verlässt es nie. Kein Mikrofon? Du kannst auch Referenztöne für jede Note abspielen.

Zwei Hörner, ein Schallstück, eine feste Reihenfolge

Ein Doppelhorn ist nicht ein Instrument mit einem Zusatzknopf. Es ist ein F-Horn und ein B-Horn, die sich Schallstück und Ventile teilen, mit einem Daumenventil, das umschaltet, durch welche Rohrlänge die Luft geht. Jede Seite hat ihre eigene Länge, ihre eigenen Naturtöne und ihre eigene Vorstellung davon, was sauber ist.

Es gibt also zwei Züge zu setzen — und, das ist der Teil, den fast alle falsch machen, eine feste Reihenfolge:

  1. Zuerst die B-Seite, über den Hauptzug.
  2. Danach die F-Seite, über den F-Zug. Den Hauptzug nicht mehr anfassen.

Der Grund ist die Rohrführung, nicht die Tradition: Bei nahezu jedem Doppelhorn liegt der Hauptzug im Luftweg beider Instrumente, der F-Zug dagegen nur im F-Weg. Wer zuerst die F-Seite einstellt und anschließend den Hauptzug für die B-Seite bewegt, hat die F-Seite gerade wieder verstellt. In der richtigen Reihenfolge bleibt jede Einstellung stehen.

Ein Horn, das dauerhaft fast stimmt — eine Seite immer ein bisschen daneben, egal wie oft gestimmt wird —, wurde meist über Jahre in der falschen Reihenfolge gestimmt.

AusprobierenReferenztöne fürs Waldhorn

Die erste Registerkarte ist, was klingt; die zweite zeigt dieselben Töne so, wie sie in deiner Stimme stehen. Einmal nebeneinander gehört, und die Quinte ist kein Rätsel mehr.

Die Quinte zwischen Notenblatt und Anzeige

Ein Horn in F ist ein transponierendes Instrument: Notiertes klingt eine reine Quinte tiefer. Dein geschriebenes c ist klingendes f. Damit erklärt sich der größte Teil dessen, was Hornisten an Stimmgeräten stört — die Anzeige benennt den Ton in der Luft, die Stimme den Ton unter den Fingern.

AnsageDu spielst (notiert)Anzeige
Klingend fcF · 174,61 Hz
Klingend bfA♯/B · 233,08 Hz
Klingend aeA · 220,00 Hz
Klingend esbD♯/E♭ · 155,56 Hz

Als Stimmton hat sich das geschriebene c im dritten Zwischenraum eingebürgert — klingend f —, und das zu Recht: Es liegt bequem in der Mitte und existiert auf beiden Seiten des Doppelhorns, sodass du mit dem Daumen umschalten und direkt vergleichen kannst, ohne sonst etwas zu ändern.

Die Stimmroutine

  1. Richtig einspielen. Lange Töne, ein paar Bindungen, mehrere Minuten. Beim Horn liegt viel Rohr eng am Körper und wird ungleichmäßig warm; alles, was kalt eingestellt wird, steht später zu hoch.
  2. Wasser ablassen. Im Horn sammelt es sich schnell, und ein Schwall im Zug verändert Tonhöhe und Ansprache zugleich.
  3. Daumen gedrückt: B-Seite. Stimmton spielen, Hauptzug setzen. Gleichmäßige Lautstärke — nicht anschwellen, sonst stimmst du auf einen Ton, den du nie spielst.
  4. Daumen los: F-Seite. Denselben geschriebenen Ton spielen, F-Zug setzen. Der Hauptzug ist ab jetzt tabu.
  5. Auf diesem einen Ton hin- und herschalten und auf einen Sprung in der Tonhöhe hören. Es darf keinen geben.
  6. Nach dem ersten Stück und in der Pause nachprüfen.

Die Hand im Schallstück

Das Horn ist das einzige Blechblasinstrument mit einer stufenlosen Tonhöhenkorrektur, die zur normalen Spieltechnik gehört: die rechte Hand im Becher. Weiter geschlossen senkt, weiter geöffnet hebt, und erfahrene Spieler tun das ununterbrochen, ohne darüber nachzudenken.

Fürs Stimmen ist das Segen und Falle zugleich. Segen, weil du damit Töne platzierst, die kein Ventil richtig hinbekommt. Falle, weil du damit unbewusst einen falsch stehenden Zug ausgleichen und nie merken kannst, dass der Zug falsch steht. Beim Setzen des Hauptzugs also: Hand in normaler Spielposition lassen und dem Reflex widerstehen, mitzuhelfen. Der Zug soll stimmen, wenn die Hand neutral ist.

Was die Anzeige nicht entscheidet

Sie setzt die beiden Züge gegen eine feste Referenz und zeigt dir die Eigenheiten deines Instruments — dafür ist sie da. Alles danach ist Zusammenspiel, und der Hornsatz hält meist die Mitte der Akkorde: Ein Akkord rastet ein, wenn seine Terz tiefer liegt als das gleichstufige Raster sie hätte, rund 14 Cent. Klingt der Satz besser, sobald alle die Geräte weglegen, ist das kein Zufall. Unser Leitfaden zu Cent (englisch) erklärt, warum beide Antworten richtig sind. Daneben: die Tuba als Fundament und das Flügelhorn mit demselben Problem eine Quarte weiter.

Häufige Fragen

Welchen Zug stimme ich beim Doppelhorn zuerst?

Die B-Seite über den Hauptzug, danach die F-Seite über den F-Zug. Die Reihenfolge ist keine Geschmackssache, sondern ergibt sich aus der Rohrführung: Der Hauptzug liegt im Luftweg beider Instrumente, der F-Zug nur im F-Weg. Stellst du zuerst die F-Seite ein und bewegst danach den Hauptzug für die B-Seite, hast du die F-Seite wieder verstellt. Andersherum bleibt jede Einstellung stehen. Ein Horn, das dauerhaft fast stimmt, wurde meist in der falschen Reihenfolge gestimmt.

Warum zeigt das Gerät nie den Ton, den ich spiele?

Weil das Horn in F steht und deine Stimme transponiert notiert ist. Ein geschriebenes c klingt eine reine Quinte tiefer, also als f. Das Gerät benennt den Ton in der Luft, das Blatt den Ton unter den Fingern — beides stimmt. Beim Ruf „klingend b“ spielst du dein geschriebenes f, bei „klingend a“ dein e. Einmal zu Probenbeginn umgerechnet, und die Anzeige ist keine Quelle von Verwirrung mehr.

Auf welchem Ton soll ich stimmen?

Auf dem geschriebenen c im dritten Zwischenraum, klingend f. Es liegt bequem in der Mitte des Umfangs und existiert auf beiden Seiten des Doppelhorns, sodass du die Seiten direkt vergleichen kannst. Wichtiger als die Wahl ist die Konsequenz: immer derselbe Ton, immer in normaler Dynamik. Blech wird mit der Lautstärke höher — wer den Stimmton drückt und danach im Mezzoforte spielt, steht den ganzen Abend zu tief.

F-Seite und B-Seite sind beim selben Ton uneinig. Was jetzt?

Genau dafür gibt es die zwei Züge, und deshalb ist die Reihenfolge so wichtig. Erst die B-Seite über den Hauptzug setzen, dann die F-Seite mit dem F-Zug daran angleichen, beide Male am selben geschriebenen Ton. Bleiben sie danach uneinig, sind die üblichen Ursachen ein undichtes Umschaltventil, Kondenswasser in einer Seite oder ein Zug, der so weit heraussteht, dass er kaum noch greift. Dann ist es eine Wartungs- und keine Stimmfrage mehr.

Muss ich vor dem Stimmen einspielen?

Ja, und beim Horn stärker, als seine Größe vermuten lässt, weil viel Rohr eng gewickelt am Körper liegt und ungleichmäßig warm wird. Kalt steht es zu tief und steigt, während warme Luft hindurchgeht — was in der ersten Minute eingestellt wird, ist in der zehnten zu hoch. Erst lange Töne und ein paar Bindungen, dann stimmen. Ändert sich während des Konzerts die Saaltemperatur, und das tut sie, sobald Publikum da ist, gehört der Hauptzug in der Pause noch einmal angefasst.

Lieber die große Skala im Vollbild?

Dasselbe Stimmgerät läuft auch im Vollbild — praktisch auf dem Notenständer, und es merkt sich deine Einstellungen.

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